Heute verschmelzen sich Geschichte und Natur in Serbiens einzigartigen Facetten
Bor – Serbiens Bergbau-Metropole mit 2.000 Jahren Geschichte
Unser erster Stopp galt einem Aussichtspunkt an der Kupfermine in Bor, einer Stadt, die seit der Bronzezeit vom Kupferbergbau geprägt ist. Heute dominiert hier der Tagebau des chinesischen Konzerns Zijin Mining, dessen monumentale Maschinen entlang der Straße wie ein Freilichtmuseum der Industriegeschichte wirken. Die Region bleibt ein wirtschaftliches Rückgrat Serbiens, doch die Umwelt- und Sozialkonflikte sind allgegenwärtig.
Lazar-Höhle – Ein Naturwunder mit Legenden
Vor der Führung durch die Höhle genossen wir die malerische Karstlandschaft mit dichten Wäldern, Felsformationen und dem Fluss Zlotska Reka. Die Höhle selbst, über 80 Millionen Jahre alt, beeindruckte mit 7 km Länge (1,5 km erschlossen), spektakulären Stalaktiten und dem „Konzerthalle“-Saal – ein Naturdenkmal, das mit 12°C Temperatur und mystischen Formationen wie dem „Schloss der Fee“ ein unvergessliches Erlebnis bietet.
Festung Fetislam – Osmanische Wacht über die Donau
Über der Donau thront die Festung Fetislam, ein osmanisches Bollwerk aus dem 16. Jahrhundert, das einst die Schifffahrt durch das Eiserne Tor kontrollierte. Heute ist die gut erhaltene Ruine ein Aussichtspunkt mit Panoramablick auf die Schlucht – ein Zeugnis der strategischen Bedeutung dieser Region.
Das Eiserne Tor – Schlucht, Staudamm und Geschichte
Die Donau-Schlucht „Eisernes Tor“ (Đerdap) ist Europas längste Schlucht (134 km) und Heimat des Eisernen-Tor-Staudamms, eines Gemeinschaftsprojekts Jugoslawiens und Rumäniens (1960er–70er). Der Wasserkraftwerk-Komplex Đerdap I (2.100 MW) überflutete zwar die antike römische Straße und das 55 Meter hohe Felsrelief des dakischen Königs Decebalus, doch eine moderne Replik des Gesichts (2004) und die Tabula Traiana – eine römische Gedenktafel Trajans (100 n. Chr.) – erinnern an die strategische Vergangenheit der Route. Die versetzte Originaltafel ist heute im Museum von Kladovo zu sehen.
Unser Bootsausflug führte uns vorbei an der Replik der Tabula Traiana, dem Decebalus-Relief und dem Mraconia-Kloster (Mănăstirea Mraconia) auf der rumänischen Donauseite (nahe Orșova). Es wurde mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, darunter nach osmanischen Überfällen im 16.–17. Jahrhundert und einer kompletten Neuerrichtung im 19. Jahrhundert – heute ist es ein aktives orthodoxes Kloster mit byzantinischem Stil und einer malerischen Lage direkt am Donauufer.
Abend am Donauufer: Lotsenstation und Sonnenuntergang
Den Tag beschlossen wir im Restoran Varnica – einem ehemaligen Lotsenposten, von dem aus einst mit der großen Signalkugel die Schifffahrtsfreigabe durch die Schlucht geregelt wurde. Der Sonnenuntergang am Donauufer, tauchte die dramatische Schönheit des Eisernen Tors noch einmal in goldenes Licht und begleitete uns noch eine Weile auf unserem Weg das Ufer entlang.
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