Moderne Pracht, historische Tiefe und lebendige Bohème-Kultur an der Donau

Wir sind an unserer letzten Etappe in der Hauptstadt von Serbien, in Belgrad, angekommen. Unser Apartment liegt im Neubaugebiet „Belgrade Waterfront“ und wirkt auf uns ein wenig wie Dubai.

Für heute sind wir planlos. Ziel ist nur die Eintrittskarten für eine Führung am Samstag abzuholen und ein paar Fragen zu klären. All das machen wir in der Tourismusinfo. Hier bekommen wir einen Plan und erste Empfehlungen, was wir mit dem Tag anfangen können. Die erstaunlichste Info: Der ÖPNV ist kostenlos.

Wir beschließen uns einfach treiben zu lassen und schlendern die Haupteinkaufsstraße entlang.

Kneza Mihaila – Belgrads pulsierende Flaniermeile zwischen Geschichte und Lifestyle

Die Kneza Mihaila-Straße (offiziell: Ulica Kneza Mihaila) ist Belgrads berühmteste Fußgängerzone – ein lebendiges Museum unter freiem Himmel, wo neoklassizistische Prachtbauten (wie das Hotel „Srpska Kruna“ oder das Kulturministerium) an die glanzvolle Zeit des 19. Jahrhunderts erinnern, als die Straße nach Fürst Mihailo Obrenović benannt wurde, der Serbien in die Moderne führte. Hier, zwischen Straßenkünstlern, Cafés und Luxusboutiquen, spürt man den Puls der Stadt. Die Straße ist Belgrads Salon, wo Geschichte, Shopping und Dolce Vita aufeinandertreffen.

Über eine Nebenstraße laufen wir in die entgegengesetzte Richtung und landen zuerst im Park vor und später in der Festung.

Kalemegdan – Belgrads grüne Festung mit Donau-Panorama und 2.000 Jahren Geschichte

Die Festung Kalemegdan, auf einem strategischen Hügel über der Mündung von Save und Donau gelegen, ist das Herz Belgrads – hier thront die mittelalterliche Burg aus dem 5. Jahrhundert (erbaut auf römischen und byzantinischen Ruinen) neben osmanischen Kanonen, österreichischen Kasematten und dem berühmten „Sieger-Denkmal“ (1928), das an den Ersten Weltkrieg erinnert. Heute ist der grüne Park mit seinen versteckten Gärten, Cafés und dem atemberaubenden Sonnenuntergangsblick über die Flüsse nicht nur ein Lieblingsort der Belgrader, sondern auch ein Freilichtmuseum, das von Kelten über Römer bis zu den Jugoslawienkriegen die turbulente Geschichte der Stadt erzählt.

Von kulturellen Monumenten zur Bohème: Belgrads kontrastreiche Seele

Wir spazieren weiter am Nationalmuseum (ältestes Museum Serbiens (gegründet 1844) mit über 400.000 Exponaten, darunter römische Schätze, mittelalterliche Fresken und Werke von Picasso) vorbei zur Nationalversammlung der Republik (neoklassizistisches Prachtgebäude (1936 fertiggestellt) mit monumentaler Kuppel mit einer Architektur, die vom US-Kapitol inspiriert wurde) und zur Kirche des Heiligen Markus (serbisch-orthodoxes Juwel (1931–1940 erbaut) im serbisch-byzantinischen Stil mit goldenen Mosaiken und einem 45 m hohen Glockenturm – besonders berühmt für ihre Ikonostase und als Schauplatz königlicher Taufen). Hier drehen wir um und nehmen Kurs zurück ins alte Belgrad.

Skadarska – Belgrads bohèmehaftes Herz mit Balkan-Charme und 19. Jahrhundert-Flair

Die Skadarska-Straße (Skadarska oder kurz „Skadarlija“) ist Belgrads berühmteste Bohème-Meile – ein lebendiges Freilichtmuseum aus dem 19. Jahrhundert, wo gelbe Backsteinhäuser, Kopfsteinpflaster und gasbetriebene Laternen die Atmosphäre des alten Belgrads bewahrt haben. Hier, wo einst Dichter, Maler und Revolutionäre (wie der Dichter Đura Jakšić) verkehrten, reiht sich heute Traditionelles mit Modernem: Kafanas (typisch serbische Tavernen) wie das „Dva Jelena“ oder „Tri Šešira“ servieren live zur Tamburica-Musik Ćevapi, Karađorđeva-Schnitzel und Rakija, während Straßenkünstler, Galerien und kleine Antiquariate der Straße ihren unverwechselbaren Charme verleihen. Es ist ein authentisches Stück Belgrader Seele – hier wird noch stundenlang diskutiert, gelacht und getrunken, als wäre die Zeit stehengeblieben.

Im Restaurant „Dva Jelena“ haben wir ein sehr leckeres Abendessen.

Alle 72 Bilder des Tages unter https://flic.kr/s/aHBqjCruAZ

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