Paläste, Mahnmale und Museen – eine Reise zwischen monarchischer Eleganz, den Spuren des Krieges und den Schätzen einer Stadt, die ihre Geschichte lebendig hält.
Nach einem ausgiebigen Frühstück setzen wir uns zu Fuß zum Tempel des Heiligen Sava in Bewegung, denn von hier starten unsere heutigen Exkursionen.
Königspalast & Weißer Palast – Belgrads monarchische Pracht und geheime Gärten
Am vorletzten Tag werden wir royal und besuchen im exklusiven Stadtteil Dedinje, umgeben von Wäldern und Villen, zwei Paläste.
Der Palastkomplex erstreckt sich über ein ausgedehntes, waldreiches Gelände mit geschätzen 130 Hektar und bietet damit eine königliche Oase mitten in Belgrad.
Der Königspalast wurde 1924–1929 für König Aleksandar I. im serbisch-byzantinischen Stil mit neoklassizistischen Elementen erbaut. Er ist ein architektonisches Juwel und kombiniert europäischen Luxus (Marmortreppen, Kristalllüster) mit serbischen Motiven (Fresken, Mosaike). Heute ist er ein Museum. Die Prunkräume, den Thronsaal und die private Kapelle können wir besichtigen, aber von innen nicht fotografieren.
Der Weiße Palast mit moderne Eleganz wurde 1934–1937 ebenfalls für König Aleksandar I. und auch im neoklassizistischen Stil erbaut. Der Name kommt von der hellen Fassade aus weißem Marmor. Heute ist der Palast offizielle Residenz der serbischen Präsidentschaft – aber Teile sind für Führung zugänglich. Innenaufnahmen sind auch hier nicht erwünscht.
Avala-Turm: Belgrads ikonische Nadel mit Panoramakick
Mit seinen 204,5 Metern ragt der Avala-Turm wie eine futuristische Nadel über Belgrads Skyline – ein architektonisches Meisterwerk aus den 1960er-Jahren, das nach seiner Zerstörung im NATO-Bombardement 1999 originalgetreu wiederaufgebaut wurde und heute mit einer Aussichtsplattform auf 120 Metern Höhe atemberaubende Blicke bis zur Donau und Fruška Gora bietet.
Auf dem Weg erzählt uns Aleksandar von Big Tours – mit dem wir den zweiten Ausflug machen – viele interessante Fakten zur Geschichte von Serbien und wir können noch offene Zusammenhänge schließen.
Wir lassen uns von ihm auf dem Rückweg am Verteidigungsministerium absetzen, denn hier sind die Spuren des Krieges noch am deutlichsten sichtbar.
Das vernarbte Gesicht Belgrads: Das Verteidigungsministerium als Mahnmal des NATO-Kriegs
Das Verteidigungsministerium Serbiens in der Nemanjina-Straße trägt seit 1999 die sichtbaren Wunden der NATO-Bombardierung: Am 28. April 1999 wurde es während des Kosovo-Kriegs gezielt angegriffen, um die militärische Infrastruktur Jugoslawiens zu lähmen. Der Angriff forderte Dutzende Tote und hinterließ das markante, halb zerstörte Treppenhaus, das bis heute absichtlich nicht repariert wurde. Die offenen Ruinen dienen als stilles Mahnmal gegen Krieg und als Symbol des serbischen Widerstandsgeistes, während der restliche Komplex längst wieder genutzt wird – eine bewusste Entscheidung, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und die politische Botschaft zu bewahren: „Nie wieder.“
Wir schlendern noch etwas durch die Stadt und entdecken in den Nebenstraßen noch die eine und andere schöne Perspektive.
Belgrads Nationalmuseum: Ein Schatzhaus zwischen Antike und Avantgarde
Das Nationalmuseum Belgrad ist unsere letzte Station für heute. Es beherbergt über 400.000 Exponate, darunter römische Schätze wie die „Lepenski Vir“-Skulpturen. Die Kopien dieser vermutlich ältesten monumentalen Kunst Europas haben wir auf der Reise schon gesehen. Wir finden byzantinische Fresken, mittelalterliche serbische Ikonen und sogar Werke von Picasso, Van Gogh und Rubens – eine einzigartige Mischung aus regionaler Geschichte und europäischer Kunst. Außerdem finden wir einen Geldschein mit unglaublich vielen Nullen. Nach jahrelanger Renovierung glänzt das Museum heute mit modernen Ausstellungen und einem atemberaubenden Kuppelbau – ein Muss für Kunst- und Geschichtsliebhaber!
Unser letztes Abendessen auf dieser Reise im Zavičaj Balkanska schmeckt fantastisch. Die serbische Küche werden wir definitiv vermissen.
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