Irgendwann in der Nacht oder am frühen Morgen sind wir am Daedalus Riff angekommen. Wir sind jetzt ca. 100km südöstlich von Marsa Alam. Wenn hier die richtigen Bedingungen aufeinandertreffen, ist die Chance mit Hammer-Haien zu tauchen groß.

Tag 2 beginnt mit Wecken um kurz nach 5:00 Uhr. Was soll’s ist ja Urlaub 😉 Vorteil des frühen Tagesbeginns ist, dass man als Erster im Wasser ist, was angesichts vieler anderer Safari-Schiffe ein Vorteil ist. Nachteilig ist das fehlende Licht, denn die Sonne ist noch am Aufgehen.

Nach dem Briefing steigen wir in die Schlauchboote und fahren vom Ankerplatz an die Nordspitze des Riffs. Hier soll es Hammer-Haie geben. Vom Schlauchboote aus geht es hinab ins Blaue. Bei ca. 40m heißt es Stopp, neutrale Tarierung, Schauen und Warten. Minutenlang ins Blaue zu Starren ist beruhigend langweilig. Nach einer gefühlten Ewigkeit taucht der erste Hammer-Hai und dann einige weitere auf.

Für mich ist es die erste Hai-Begegnung auf diese geringe Distanz. Gering meint hier, dass zwischen den Tieren und mir immer rund 3m Platz bleiben. Anderen Tauchern kommen die Haie näher.

Ich bin beeindruckt, denn ein wenig gespenstig wirkt es schon. Dunkelblaues Wasser, es ist noch einigermaßen dunkel, da die Sonne tief steht und man befindet sich mitten in der Gruppe von Haien.

Irgendwann ziehe die Haie weiter und auch wir tauchen zurück an Riff und steigen langsam höher. Weiter oben wird es dann auch heller und die Korallen leuchten im Sonnenlicht in den schönsten Farben.

Nach 59min und 35,7m Tiefe ist der Tauchgang beendet. Mit dem Schlauchboot geht es zurück zum Schiff.

Nach dem Frühstück steht Tauchgang Nr. 2 auf dem Plan. Mit dem Schlauchboot geht es vom Ankerplatz an der Südspitze bleibend nach Westen und wir tauchen zurück zum Schiff. Die letzten 20min dann die zweite Hai-Sichtung. Diesmal ein Hochsee-Weißspitzenhai. Namensgebend dürfte die weiße Spitze an der Rückenflosse sein. Er begleitet und zurück zum Schiff und umkreist uns immer wieder, wobei er mit jeder Runde dichter kommt. Aber auch er hält 3m Distanz ein. Der Tauchgang dauerte 57min und führt auf maximal 32m Tiefe.

Vor dem dritten Tauchgang haben wir die besondere Gelegenheit und dürfen den Leuchtturm auf der Insel besuchen. Das Gelände wird militärisch genutzt. Uniformierte sucht man vergebens und auch sonst erinnert wenig an eine militärische Nutzung. Der lange Steg ist eine Konstruktion aus Eisenbahnschienen. Sieht aus, wie für die Ewigkeit gebaut. Der Aufstieg auf den 1863 erbauten Leuchtturm ist auf den letzten Metern abenteuerlich, aber der Ausblick über das Riff und in die Ferne entschädigt für den Weg.

Das Ganze ist wie eine Mischung aus Lost Place und Freilicht-Museum. Überall Rost, abblätternde Farbe, verwittertes Holz und alte Maschinen. Der ursprünglich 1863 errichtete Turm wurde bei einem Schiffunglück zerstört und 1931 durch einen Neubau ersetzt. Wenn man sich die Bilder der Linse anschaut, erkennt man, wie das Lichtsignal von zwei kurzen und einer langen Abfolge entsteht.

Zurück auf unserem Schiff geht es auf zu Tauchgang Nr. 3. Wieder geht es mit dem Schlauchboot zum Tauchplatz, diesmal auf die östliche Seite des Riffes. Am Ende des Tauchgangs treffen wir auf eine Schildkröte, die genüsslich Tea-Time abhält. Ich muss nach 55min und 25,9m auftauchen.

Der Rest des Tages ist Entspannung und Überfahrt zu Rocky Island.

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