Es geht weiter Richtung Süden. Wir sind auf den Breitengrad bezogen auf Höhe des Nassersees, der südlich von Assuan liegt. Am Tauchspot Rocky Island gibt es eine Art Hai-Garantie. Wir werden sehen.

Langsam gewöhnt man sich an das frühe Aufstehen. Unter Einberechnung der Zeitverschiebung ist es auch nicht so schlimm. Wir tauchen an der Ostseite von Rocky Island. Beim Briefing heißt es, dass eine geringe Wahrscheinlichkeit besteht, auf den Grünen Buckelkopf Papageifisch zu treffen. Kaum aus dem Schlauchboot raus und abgetaucht sind wir mitten in einem kleinen Schwarm dieser Fische. Die Fische sind von uns genauso überrascht wie wir von ihnen und sind schnell weg. Zumindest ein Foto gelingt.

Die morgendliche Tauchgänge sind schon was besonderes, da sich mit der aufgehenden Sonne die Lichtstimmung unter Wasser ständig verändert und alles zu langsam zum Leben erwacht. In Erinnerung bleiben eine Hartkoralle, die an einer Art Ast gewachsen ist und in ihrer Form an eine „Klobrüste“ erinnert und eine Seegurke oder Seewalze, die in Form einer „1“ an der Wand hängt. Der Tauchgang endet nach 62min und mit 18,9m.

Seit dem Mittag kommt uns immer wieder ein Hai besuchen und umkreist das Schiff, während wir uns für den zweiten Tauchgang vom Schiff aus fertigmachen. Daher heißt es nach dem Springen gleich Abtauchen, denn zappelnde und bunte Flossen üben magische Anziehungskraft auf Haie aus. Ein Taucher schafft es fast auf einen Hai zu springen, der unsichtbar unter dem Schiff entlang getaucht kam.

Da es sich mit Hai im Rücken eher mulmig taucht, bleiben wir unter dem Schiff, bis der Hai verschwindet. So kann ich ihn auch von jeder Seite fotografieren. Abstand jetzt teilweise nur noch ein Meter.

Der weitere Tauchgang ging über ein Wrack, dass in einem Sturm auf das Riff gedrückt wurde und versank. Reste der Inneneinrichtung sind leider noch über die Riffwand verteilt. Die Toilettenkeramik nebst Rohrleitung hat sich besonders dekorativ abgelegt.

Ein entspannter Blaupunkt-Rochen hat sich von mir geduldig fotografieren lassen.

Zum Ende des Tauchganges sind noch rund 100m von der Riffwand zum Schiff zurückzulegen. Der Safety-Stopp in 5m Tiefe ist schon erfolgt und mein Buddy hat es eilig zurück an Bord zukommen. Ich bin also zwischen Schiff und der nächsten Gruppe allein im Wasser. Ich tauche gemächlich zurück zum Schiff, als ich plötzlich im Augenwinkel an dem hellen, milchig-transparenten Teil meiner Tauchmaske einen Schatten wahrnehme. Erst dachte ich, dass mich ein Taucher der anderen Gruppe eingeholt hat und dann schoss mir das Hai-Briefing durch den Kopf, wo es hieß, dass einzelne Taucher besonders interessant für Haie sind. Ziemlich erschrocken und abrupt drehe ich mich zur Seite und in dem Moment passierte mich Kollege Hai in kuscheligem Abstand. Ein „High-Five“ mit der Seitenflosse wäre möglich gewesen. Statt auf die Flosse drückte ich auf den Auslöser der Kamera. Auf dem Bild sieht man, dass der Hai irgendwas auf der Haut hat. Leider konnte mir bisher niemand sagen, was das ist. Parasiten ist die bisher plausibelste Antwort. Ich glaube die Leiter zum Schiff habe ich die ganze Safari-Zeit nie wieder so schnell erklommen, wie nach diesem Hai-Light und nach 62min und 18,9m.

Für den dritten Tauchgang des Tages ging es weiter nach Zarbagad. Hier gibt es tolle Korallen in bunten Farben und viel Kleinfisch zu sehen. Ein ausgewachsener Napoleon-Lippfisch mit ca. 60cm und ein großer Barrakuda mit ca. 100cm waren die größten Fische, die uns begegnet sind. Der Tauchcomputer meldet zum Ende des Tauchganges 62min und 18,9m.

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